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Pfirsich Crumble mit Lernkurve

DIe Erwartungen nicht erfüllt, dafür mich etwas gelehrt: Ein Versuch zwischen gesunden Zutaten, matschigen Streuseln und einem Aha-Moment für die Seele.

gelber Teller mit Pfirsich Crumble und daneben eine mit Milchschaum sowie ein Teelöffel auf dunkler Tischoberfläche

Wenn ich koche, dann oft mit dem Wunsch es „besser“ zu machen. Gesund. Nährstoffreich. Fettarm. Zuckerreduziert. Immer ein bisschen vernünftiger als das Original. Und dann passiert es hin und wieder, das das Ergebnis ganz ehrlich auch irgendwie enttäuschend ist. So wie neulich, als ich Lust auf etwas Süßes hatte. Die Pfirsiche aus dem Garten meiner Mutter wollten zu einem sommerlich-fruchtigen Pfirsich Crumble verarbeitet werden.

Klingt herrlich, oder?

Ich liebe es, Rezepte ein bisschen abzuwandeln. Vor allem versuche ich immer eine gesündere Alternative für Zucker zu verwenden, oder gänzlich darauf zu verzichten. Bei diesem Crumble habe ich mich an diesem Rezept orientiert. Ich habe weniger Zucker genommen (nur 60 statt 80 Gramm), Dinkelmehl verwendet, die Haferflocken durch gemahlene Mandeln ersetzt, aber diesmal nicht aus Nährstoffüberlegungen, sondern weil ich einfach nicht genug Haferflocken zur Hand hatte. Und plötzlich stand ich vor einer butterigen Kugel, die eher an Mürbeteig erinnerte als an lockere Streusel. Alle Rettungsversuche mit mehr Mehl und den wenigen Haferflocken, die ich hatte, haben nicht das gewünschte Ergebnis gebracht. Ich habe trotzdem Streusel gemacht und es gebacken.

Statt „Mhhhh, warm, süß, fruchtig, einfach lecker“
meldete sich in mir die Stimme
„Oh Gott, wie viel Butter da drin ist. Das kannst du echt niemandem vorsetzen. Es ist einfach peinlich. Du kannst einfach nicht kochen, lass es sein“.

Diese Stimme ist mir vertraut. Ich nenne sie manchmal den inneren Kritiker, aber eigentlich ist es mehr ein innerer Richter. Hart. Schroff. Ohne Gnade. Diese Stimme fragt nicht, warum etwas nicht funktioniert hat. Nein, sie stellt gleich das ganze <Ich> in Frage. Nicht das Rezept ist misslungen – ich bin es.

Diesmal habe ich kurz innegehalten und diesen wertvollen Raum zwischen Reiz und Reaktion bewusst wahrgenommen und mich für einen anderen Weg entschieden. Statt zu erwarten, dass alles sofort gelingt, kann ich mir auch Raum geben zu lernen. Statt mich abzuwerten, wäre es doch sinnvoller, aufzuschreiben, was ich geändert habe, um denselben Fehler nicht wieder zu machen und daraus zu lernen. Dann könnte ich beim nächsten Mal gezielt etwas anders machen. Statt wieder irgendein neues Rezept rauszusuchen, es wieder intuitiv zu „optimieren“ und eventuell wieder die alte Platte im Kopf anzumachen: „Du kannst das nicht.“

Was wäre, wenn ich mir selbst zugestehe, Anfängerin zu sein?
Nicht im Kochen, sondern im liebevoll mit mir umgehen?
Deshalb schreibe ich diesen Text.
Nicht, weil ich das perfekte Crumble-Rezept entdeckt habe.
Sondern weil ich gemerkt habe – Ich darf scheitern – und trotzdem liebevoll mit mir bleiben. Und weil ich Mut machen möchte all denjenigen unter uns, die diese innere Stimme nur allzu gut kennen.

P.S.: Meiner Mutter hat der Crumble übrigens richtig gut geschmeckt. Sie fühlte sich in ihre Kindheit zurückversetzt. In eine Zeit, in der man glaubte, Butter halte die Gelenke in Schwung und diese ohne Reue gegessen wurde. Wenn man sie denn hatte.

Was macht das Crumble besonders?

  • 🍑 Sommerlich fruchtig: mit saftigen Pfirsichen (am besten frisch oder aus dem GLas)
  • 🌾 Mit Dinkelmehl: statt klassischem Weizenmehl
  • 🍯 Zuckerreduziert: und trotzdem süß genug
  • ❤️ Lässt sich super leicht vorbereiten und ist ein guter Trostpflaster in schwierigen Momenten

Zutaten

  • 6 – 8 Pfirsiche in meinem Fall aus dem Garten
  • 60 g Zucker
  • 120 g Dinkelmehl
  • 120 g gemahlene Mandeln (im Originalrezept: Haferflocken)
  • 150 g Butter, Zimmertemperatur
  • 1 TL Zimt

🥣 Und so wird’s gemacht

  1. Backofen vorheizen
    Den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
  2. Pfirsiche vorbereiten
    Pfirsiche optional enthäuten, in Spalten schneiden und in einer Auflaufform verteilen.
  3. Streusel zubereiten
    Zucker, Mehl, gemahlene Mandeln (lieber doch Haferflocken) und weiche Butter in einer Schüssel zu Streuseln verkneten. Bei mir wurde daraus eine Butterkugel, die ich dann mit etwas Haferflocken und mehr Mehl nachjustiert habe, aber so richtig „krümelig“ wurde es bei mir nicht. Daher würde ich beim nächstem Mal definitiv Haferflocken statt Mandeln verwenden.
  4. Streusel formen und verteilen
    Mit den Händen kleine Stücke vom Teig abzupfen oder formen und über den Pfirsichen verteilen.
  5. Ab in den Ofen zum Ausbacken
    Etwa 20 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.

🌿 Meine Lern Notiz

Beim nächsten Mal wieder echte Haferflocken verwenden, denn sie geben mehr Struktur. Und Butter ist nicht der Feind. Vielleicht darf ein Crumble auch einfach mal… schmecken.
Wenn du etwas veränderst, mache es bewusst, aber ohne dich dafür zu verurteilen.

🥄 Passt perfekt zu

  • Vanillejoghurt oder Skyr
  • lauwarm mit einer Kugel Eis
  • als Trostpflaster an einem Tag, an dem nicht alles gelungen ist

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person holding black frying pan

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